Sicherheitsbedrohung Klimawandel: Handlungsoptionen für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft


Am 6. und 7. November 2008 organisierte das Auswärtige Amt in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg im Breisgau und unterstützt von Adelphi Research die internationale Konferenz „Sicherheitsbedrohung Klimawandel: Handlungsoptionen für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft“. Die Veranstaltung fand im Konzerthaus Freiburg statt.

 

 

Hintergrund und Ziele der Konferenz

 

Von schmelzenden Gletschern in der Arktis bis zu wachsenden Wüsten in Afrika: Der Klimawandel ist eine Realität. Er bedroht Wohlstand und Wachstum weltweit. Am stärksten sind die Regionen betroffen, in denen viele Menschen bereits heute unter schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben. Der Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme von Extremwetterereignissen wie Stürmen, Dürren und Hitzewellen kann bestehende Ressourcenknappheiten weiter verstärken. Die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und Trinkwasser wird zusätzlich in Frage gestellt. In der Folge kann sich auch der Migrationsdruck in den am schwersten betroffenen Regionen weiter verstärken. In Folge dieser Entwicklungen droht eine massive Veränderung geopolitischer Koordinaten - mit weit reichenden Folgen für Frieden und Sicherheit.

 

Um diesen Herausforderungen zu begegnen und potenzielle Lösungen zu diskutieren, wurde die Internationale Konferenz „Sicherheitsbedrohung Klimawandel: Handlungsoptionen für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft“ vom 6. bis 7. November vom Auswärtigen Amt veranstaltet. Vertreter verschiedener internationaler Organisationen, der EU und deren Mitgliedsstaaten, von Kommunen und Städten, des Privatsektors und der Wissenschaft diskutierten in Freiburg mit ca. 1000 Konferenzbesuchern über die Auswirkungen des Klimawandels. Die Fachkonferenz adressierte verschiedene Ebenen der Herausforderung Klimawandel:

 

Zunächst beschäftigten sich internationale Experten mit der Frage, welche Konfliktkonstellationen durch die Auswirkungen des Klimawandels zu erwarten sind, in welcher Weise sich solche Konflikte auf die zwischenstaatlichen Beziehungen auswirken können und wie wahrscheinlich verschärfte Spannungen zwischen Nord und Süd sind.

 

Anschließend suchte die Freiburger Konferenz Schlüsse aus dieser Risikoanalyse zu ziehen und verschiedene Handlungsebenen und ihre zentralen Protagonisten in den Blick zu nehmen. Zuerst wendete sich die Konferenz der internationalen Ebene zu: Welche Rolle spielt die internationale Gemeinschaft, die EU und deren Mitgliedsstaaten wenige Wochen, bevor die internationalen Klimaverhandlungen in Posen (Polen) in ihre entscheidende Phase eintreten?

 

Weiter richtete sich die Aufmerksamkeit der Konferenz auf technologische Möglichkeiten für Verminderung der Treibhausgasemissionen. Angesichts des Rufs Freiburgs als „Solarstadt“ stand der Energiesektor im Mittelpunkt der Diskussion. Abschließend richtete sich der Fokus auf die konkreten Handlungsmöglichkeiten von Städten und Kommunen. Diese nehmen eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Klimawandels ein, sind aber von möglichen Folgen auch maßgeblich betroffen.

 

Die Konferenz war nicht als reine Expertenveranstaltung angelegt, sondern wollte das wissenschaftlich und politisch komplexe Thema Klimawandel einer breiten interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. Diesem Ziel dient auch das vorgesehene Rahmenprogramm der Konferenz. So sucht die Ausstellung „Umwelt zwischen Konflikt und Kooperation“, wesentliche Elemente der Diskussion zu visualisieren.

 

Der Veranstaltungsort Freiburg war besonders geeignet, die Herausforderungen des Klimawandels in dieser Breite zu diskutieren. Freiburg ist eine der weltweit führenden Städte im Klimaschutz. Die städtische Klimaschutzpolitik ist vorbildlich. Bereits 1996 wurde ein Klimaschutzkonzept mit dem Ziel verabschiedet, die CO2-Emissionen bis 2030 gegenüber 1992 um 30 Prozent zu vermindern. Freiburg verfügt über ein deutschlandweit einzigartiges Umweltschutz-Netzwerk, das Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft miteinander verbindet.

 


Weitere Informationen zum Thema "Sicherheitsbedrohung Klimawandel"


finden Sie z.B. bei der Informations-Plattform „Environment, Conflict and Cooperation“ (Englisch)

beim Auswärtiges Amt

beim Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU)